Ex-situ-Artenschutz: Die "Arche Noah"

Ex-situ-Artenschutz bedeutet, bedrohte Tier- oder Pflanzenarten außerhalb ihres natürlichen Lebensraums zu schützen. Er dient als Backup-System oder "Arche Noah", falls der In-situ-Schutz (der Schutz vor Ort) versagt oder zu spät kommt.

Die drei Hauptaufgaben des Ex-situ-Schutzes

Wiederansiedlung (Quelle)

Bereitstellung von Nachzuchten aus der Obhut, um freie Wildpopulationen zu stärken oder in Gebieten, in denen die Art ausgestorben ist, neu anzusiedeln (Re-Introduction).

Beispiel:
Freilassung von in Zoos oder Artenschutzzentren gezüchteten Tieren in geschützte Wildgebiete.

Erhaltungszucht (Rettungsnetz)

Aufbau einer gesunden Reservepopulation in menschlicher Obhut (z. B. in Zoos, Aquarien oder speziellen Zentren wie dem ACCB). Dies sichert das Überleben der Art, falls sie in der Wildnis ausstirbt.

Beispiel:
Zuchtprogramme für hochbedrohte Schildkrötenarten oder Ibisse, um eine stabile Population zu erhalten.

Forschung und Bildung

Tiere, die in menschlicher Obhut gehalten werden, dienen der Forschung (Verhalten, Genetik, Krankheiten) und der Umweltbildung der Öffentlichkeit.

Beispiel:
Besucher:innen im Allwetterzoo Münster oder ACCB werden über die Bedrohung der Art informiert und für den Naturschutz sensibilisiert.

Warum ist Ex-situ wichtig?

Wissenstransfer: 
Nur durch die genaue Beobachtung und Forschung an Tieren in Zoos und Zentren (Ex-situ) kann das notwendige Wissen für eine erfolgreiche Auswilderung (In-situ) gesammelt werden.

Der Ex-situ-Schutz ersetzt den In-situ-Schutz nicht, sondern unterstützt ihn auf entscheidende Weise:

Zeitgewinn: 
Er kauft Zeit, wenn der Lebensraum kurzfristig zerstört wird oder akute Bedrohungen (wie eine Epidemie oder eine Naturkatastrophe) die Art in der Wildnis dezimieren.

Genetische Sicherheit: 
Er stellt sicher, dass das genetische Material der Art erhalten bleibt, selbst wenn die Wildpopulation schrumpft.

Zentren wie das ACCB in Kambodscha sind ein perfektes Beispiel für die Verbindung von Ex-situ (Auffangstation und Zuchtprogramm) und In-situ (Vorbereitung zur Auswilderung und lokale Bildungsarbeit).

Das Gegenteil von Ex-situ ist In-situ-Artenschutz.

In situ

Schutz im natürlichen Lebensraum (z. B. Nationalparks, Rangerpatrouillen).

Ex situ

Schutz außerhalb des natürlichen Lebensraums (z. B. Zoos, Botanische Gärten, Samenbanken).

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