Zuchterfolg 
im ACCB

Der Allwetterzoo Münster hat in seinem Artenschutzzentrum ACCB in Kambodscha einen bemerkenswerten Zuchterfolg beim Argala-Marabu (Leptoptilos dubius) erzielt. Am 24. Dezember 2022 schlüpfte das erste Küken eines Geleges, zwei Tage später das zweite. Zuvor war eine Nachzucht dieser stark bedrohten Vogelart zwar einmalig in einer anderen zoologischen Einrichtung gelungen, die Küken konnten dort aber nicht erfolgreich aufgezogen werden.

Der Argala-Marabu ist ein imposanter Vogel, der mit rund 150 cm Körperlänge und einer Spannweite von 250 cm deutlich größer ist als ein Weißstorch. Im Gegensatz zum Storch nehmen seine Bestände in der Natur jedoch drastisch ab.

Der Lebensraum des Argala-Marabus sind Feuchtgebiete, wo er auf hohen Bäumen oder in Felswänden nistet. Früher war die Art von Indien bis Vietnam verbreitet. Heute konzentriert sich das Vorkommen auf das indische Brahmaputra-Tal und Kambodscha, im übrigen Verbreitungsgebiet wurde der Vogel quasi ausgerottet.

Seit 1994 gilt der Argala-Marabu als stark gefährdet (Endangered), und seine globale Population wird auf unter 1.200 erwachsene Tiere geschätzt. Die Gründe für den drastischen Rückgang sind vielfältig: direkte Verfolgung, das Abholzen von Nistbäumen, das Trockenlegen von Feuchtgebieten und absichtliche Vergiftung, da er als Fischfresser in Konkurrenz zu Fischern steht. Es wird zudem vermutet, dass er ähnlich wie Geier sensibel auf Medikamente wie Diclofenac und Fenbendazol reagiert, die er über Kadaver aufnimmt.

Der Argala-Marabu wird nur selten in Zoos gehalten und ist zurzeit in keinem europäischen Zoo zu finden. Weltweit sind nur 13 Tiere in zoologischen Einrichtungen bekannt, neun davon werden im ACCB gehalten. Dr. Philipp Wagner, Kurator für Forschung & Artenschutz beim ACCB, betont, dass diese Haltungsgruppe die wahrscheinlich größte Zuchtgruppe weltweit darstellt und die im ACCB gesammelten Erfahrungen maßgeblich zum jetzigen Zuchterfolg geführt haben.

Die Küken wurden von den Elterntieren gut versorgt. Sollte es dem Team im ACCB gelingen, die Küken erfolgreich großzuziehen, wäre dies faktisch die Welterstnachzucht.

Noch mehr Marabus 

Im März 2024 hat das kambodschanische Artenschutzzentrum des Allwetterzoo Münsters, das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) einen erwachsenen Sundamarabu erfolgreich in seinen natürlichen Lebensraum zurückgebracht. Dabei hat das Team eng und vertrauensvoll mit dem Preah Vihear Provincial Department of Environment (PDoE) und der Wildlife Conservation Society (WCS) in Kambodscha zusammengearbeitet. 

Der Sundamarabu (Leptoptilos javanicus) oder Sunda-Marabu ist eine südasiatische Storchenart, die auch Malaien-Storch, Java-Marabu oder Kleiner Adjutant genannt wird. Aufgrund seines zwar großen aber dabei doch eher verstreuten Verbreitungsgebietes mit eher kleinen und oft rückläufigen Populationen wird er vom IUCN als Vulnerable, also "gefährdet", eingestuft.

Der Vogel wurde erstmals 2019 aus dem Heimtierhandel beschlagnahmt, wo er als Küken gehalten worden war. Im Laufe der Zeit zeigte der Vogel wildes Verhalten und reagierte gut auf die Rehabilitation. Aus diesem Grund waren die Mitarbeitenden des ACCB von der Überlebensfähigkeit des Individuums überzeugt waren. 

Die Art wurde kürzlich auf der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN in die Kategorie „gefährdet“ herabgestuft, was auf Schutzmaßnahmen durch Behörden, Naturschutz-NGOs und Artenschutzzentren wie dem ACCB in den Ländern seines Verbreitungsgebietes zurückzuführen ist. 

Obwohl die Art nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht ist, ist sie immer noch anfällig für Bedrohungen. Aus diesem Grund setzt sich das Team des ACCB auch weiterhin für den Schutz dieser so wie dem von vielen weiteren Arten ein. 

Weitere erfolgreiche Auswilderungen von Vögeln

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.